Geschichtsexkursion der 9. Klassen zur Gedenkstätte Buchenwald

20170714 123218Im Rahmen des Geschichtsunterrichts fuhren alle 9. Klassen mit ihren Geschichtslehrern zur Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg in der Nähe von Weimar. Dort hatte Adolf Hitlers Schutzstaffel (SS) im Jahre 1937 ein Arbeitslager errichten lassen, welches alsbald als Synonym für nationalsozialistische Konzentrationslager galt und ein Symbol für die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten wurde. Zunächst war das Lager für politische Gegner des nationalsozialitischen Regimes, vorbestrafte Kriminelle und sogenannte Asoziale sowie Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle bestimmt. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden zunehmend Menschen aus anderen Ländern interniert, oftmals Kriegsgefangene. Insgesamt wurden fast 280.000 Menschen dort inhaftiert. Sie wurden zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie gezwungen. Über 56.000 Menschen starben im Konzentrationslager Buchenwald an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. Im April 1945 wurde das Lager von der 3. US-Armee befreit.

An der Gedenkstätte angekommen verfolgten die Neuntklässler unserer Schule einen Film im hauseigenen Filmvorführraum, der sie über die Geschichte des Konzentrationslagers informierte. Die Schüler waren bewegt von den persönlichen Geschichten der überlebenden Lagerinsassen, die im Film gezeigt wurden. Diese Häftlinge gaben den Opfern der nationalsozialistischen Gräueltaten ein Gesicht. Sie vermittelten einen Einblick in die Lagerstrukturen, ihren Tagesablauf und das Leid, welches sie im Konzentrationslager Buchenwald erleiden mussten.

 

Anschließend erlebten die 9. Klassen eine vom Förderverein Buchenwald e.V. organisierte Führung in der Gedenkstätte. Stationen der Führung waren unter anderem der sogenannte „Carachoweg”, über den die späteren KZ-Insassen bei ihrer Ankunft von SS-Männern gehetzt wurden, das Torgebäude mit dem Lagertor, welches die Inschrift „Jedem das Seine” trägt, der Appellplatz im Lager, auf dem morgens und abends der Zählvorgang der Häftlinge stattfand, das Krematorium, wo die toten Häftlinge eingeäschert wurden, und die Genickschussanlagen in einem Nebengebäude des Krematoriums, durch die ca. 8.000 sowjetische Kriegsgefangene ermordet wurden. Die Führung veranschaulichte nachdrücklich den staatlich organisierten Massenmord durch die Nationalsozialisten.

Diese Exkursion verdeutlicht, dass es sinnvoll ist, dass Schülerinnen und Schüler sich vor Ort mit der Geschichte auseinandersetzen. Das KZ Buchenwald als Ort von Unmenschlichkeit und Rassismus regt die Schülerinnen und Schüler immer wieder dazu an, sich mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte zu beschäftigen. Es ermöglicht ihnen zudem, an Orten des Geschehens zu erfahren, welches Leid eine gewaltbereite und rassistische Ideologie über die Menschen bringen kann.

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