Auszeichnung für digitale Kompetenz

Die Haßfurter Realschule ist Bayerns innovativste Realschule. Was bedeutet das? Wir haben mit Lehrpersonal, Schülerinnen und Schülern über den digitalen Unterricht gesprochen.

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Das Lehrpersonal der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule ist beim Gespräch mit der Redaktion gut gelaunt, immerhin wurde ihre Bildungseinrichtung als „Bayerns innovativste Realschule“ im Rahmen des Projekts „isi DIGITAL“ der Stiftung Bildungspaket Bayern ausgezeichnet. „Wichtig war uns, dass es keine reine Schulleitungs- und Kollegiumsnummer wird, sondern wir auch die Schüler beteiligen“, hält Schulleiter Dr. Hartmut Hopperdietzel fest. Deshalb drehten vier Schülerinnen und Schüler das Bewerbungsvideo und führten zudem eine Fachjury, unter anderem bestehend aus Vertretern des Kultusministeriums oder der Wirtschaft, digital durch ihr Schulgebäude.

Eine Schülerin durfte sogar mit zur Preisverleihung nach München. Auf die Frage, ob sie nervös war, entgegnet die Zehntklässlerin und erste Schülersprecherin Hanna Vogt: „Vor der Autofahrt war ich nervöser“, und weiter, „weil ich zweieinhalb bis drei Stunden mit meinen Lehrern im Auto verbringen musste.“ Doch einen Schockmoment hatte sie dann trotzdem, als ihr auf der Bühne als Einziger eine Frage („Wie hat dir die Veranstaltung gefallen“) gestellt wurde. „Alle sagten mir: ,'Mach dir keinen Stress, geh auf die Bühne, du musst nichts sagen‘“, berichtet sie lachend. Den Auftritt habe sie aber souverän gemeistert.

Unterricht, individuelle Förderung, Kommunikation und Kooperation, das waren die Kategorien beim diesjährigen „isi DIGITAL“. Der Wettbewerb würdigt die digitale Transformation von Schulen, dabei überzeugte die Haßfurter Realschule mit ihrem Unterrichtskonzept während der Pandemie. „Das tatsächlich Innovative war, dass der Stundenplan so, wie wir ihn normalerweise in Papierform haben, digital eins zu eins umgesetzt wurde“, erklärt Hopperdietzel.

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Für die Schülerinnen und Schüler bedeutete dies, dass sie sich morgens um 8 Uhr ins System einloggten, um am Unterricht teilzunehmen. Dazwischen gab es die gewohnten Pausen und um 13 Uhr endete der Schultag. Nicht das Homeschooling war laut Hanna Vogt eine Herausforderung, sondern, „der Versuchung zu widerstehen, nicht erst um 7.45 Uhr aufzustehen“. Digital fehlten den Schülerinnen und Schülern lediglich die Schulaufgaben, da gäbe es noch Verbesserungsbedarf, denn so falle digitale Lehre all denen schwer, die mündlich nicht so stark sind.

Ein digitaler Stundenplan allein reichte für die Auszeichnung nicht, so initiierte die Schule digitale Sprechstunden, um allen zu helfen, für die Homeschooling – beispielsweise aufgrund einer schlechten Internetverbindung – ein Problem darstellte. Ferner drehten Schülerinnen und Schülern Tutorial-Videos für ihre Homepage, nutzten digitale Lernplattformen oder statteten Familien bei Bedarf mit technischen Endgeräten aus. Corona beschleunigte die Digitalisierung zwar, aber „wir waren schon vorher digital gut unterwegs“, so der Schulleiter. „Viele Schulen fangen jetzt erst an, Lehrer mit Dienstgeräten auszustatten, wir ersetzen diese. Das ist ein Vorsprung, den wir an die Schüler weitergeben können.“ Dafür beneideten sie, laut eigener Aussage, andere Schulen.

Doch trotz intensiver Betreuung von Eltern und Schülerschaft gab es Jugendliche, die während der Pandemie nicht mehr erreichbar waren. Wer abtauchen wolle, der tue dies auch in Präsenz, so Hopperdietzel. Die Lösung: Alle mussten ihre Kameras einschalten und es wurden Regeln aufgestellt, was passiert, wenn jemand dem digitalen Unterricht fernblieb.

Wichtiger war, alle technisch mitzunehmen. Deshalb kam es laut Aussage des Schulleiters zu kuriosen Szenen, wenn ein Schüler alleine in seinem Klassenzimmer saß und von dort am „Homeschooling“ teilnahm, weil die Internetverbindung zu Hause nicht ausreichte.

Der Schulleitung gehe es nun darum, „digital heimisch zu werden“. Vor allem die Frage, wie Prüfungen und Noten zukünftig gestaltet werden könnten, stehe im Fokus. Benjamin Krumpholz (stellvertretender Arbeitskreisleiter) fügt an: „Wir haben auch eine Tabletklasse, die keine Hefte und Bücher mehr hat.“ Das Tablet sei kein Buchersatz, sondern mithilfe einer digitalen Lernplattform arbeite sich die Klasse individuell durch den Kurs. Das Zwischenmenschliche könne dies aber nicht ersetzen.

Quelle. www.mainpost.de

Autorin: Nicole Schmidt

Kontakt

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