Mit Tüchern, Brot und Licht: Wenn Bibelgeschichte lebendig wird

In der diesjährigen Fastenzeit besuchten alle Kinder der 5. Jahrgangsstufe im Rahmen des Religionsunterrichts den „Ostergarten“ im Haßfurter Bibelturm. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften machten sich die Klassen auf den Weg in die Innenstadt, um das Geschehen der Kar- und Ostertage auf eine ganz neue, erfahrungsorientierte Weise zu entdecken. Nach einem sportlichen Aufstieg über 104 Stufen belohnte die Schülerinnen und Schüler zunächst ein weiter Blick über Haßfurt aus der Vogelperspektive. Doch der Fokus verlagerte sich schnell auf die historische Zeit Jesu: In der liebevoll gestalteten Ausstellung begaben sich die Kinder auf eine Zeitreise ins Palästina vor 2000 Jahren. Die einzelnen Stationen der Leidensgeschichte Jesu wurden für die Fünftklässler zu einem lebendigen Erlebnis. Durch verschiedene Mitmach-Aktionen konnten sie das biblische Geschehen hautnah nachempfinden: Mit bunten Tüchern stellten sie den Einzug Jesu in Jerusalem nach. Dem Klang des Shofarhorns folgend versammelten sie sich anschließend an einer festlich gedeckten Pessachtafel, um im Schein des siebenarmigen Leuchters gemeinsam das Brot zu brechen. Im weiteren Verlauf des Rundgangs begaben sich die Kinder auf die Spuren Jesu durch die Stationen seiner Verhaftung, des Verhörs vor Pontius Pilatus bis hin zu seiner Kreuzigung.

Den emotionalen und inhaltlichen Höhepunkt bildete die Begegnung mit der frohmachenden Botschaft von der Auferstehung am leeren Grab. Hier wurde den Schülerinnen und Schülern zentral vermittelt: Die Liebe ist stärker als der Tod und der Tod ist nicht das Ende. Durch den symbolischen Einsatz eines Spiegels vor der Osterkerze konnten die Kinder diese Hoffnung auch auf ihr eigenes Leben beziehen. Dieser außerschulische Lernort bot somit eine tiefgreifende Ergänzung zum Unterricht, die das Vertrauen in die österliche Botschaft eindrucksvoll erfahrbar machte.
Anne Wagenhäuser